Zusammenfassung des Microdosingvortrags

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

Dosis

Beobachtung der Residualeffekte

Pause

Dosis

Effekt

Effekt

Kein Effekt

Effekt

Dosingplan

Dosis

Tag 2

Tag 3

Sa

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Di

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Fr

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1304 Teilnehmer übermittelten seit Februar einen Fragebogen zu Befinden, Depressivität, Ängstlichkeit, Konzentration etc. Es gibt eine „Kontrollgruppe“, die im gleichen Zeitraum (1 Monat) möglichst täglich den Fragebogen ausfüllt, aber kein Microdosing betreibt. Datenerhebung läuft noch, dies hier sind die ersten Zwischenergebnisse.

In den Vortrag sind die Daten der ersten 404 Teilnehmer eingeflossen.

Fadiman wird sämtliche Daten für Forschungszwecke online zu Verfügung stellen.

Gibt es Unterschiede zwischen LSD und Psilocybin?

Vergleiche von LSD- und Psilocybinberichten zu normalen Dosen auf Erowid ergaben keine Unterschiede, anhand derer sich LSD- von Psilocybinberichten unterscheiden ließen. Daher ist es fraglich, ob sich beide Substanzen in Microdosen unterscheiden.

Hauptmerkmal einer Microdosis: Es gibt keinen spürbaren psychedelischen Effekt! Sind spürbare Effekte vorhanden, ist die Dosis zu hoch und sollte reduziert werden. „If you feel a little high – that‘s a little too much“.

Anekdotische Berichte:

Albert Hoffman [„Entdecker“ von LSD] nutzte Microdosing mindestens die letzten Jahrzehnte seines Lebens und gab im Alter von 100 immer noch zweistündige Vorträge

Protokoll für‘s Selbststudium:

James Fadiman entwickelte ein Selbststudiums-Protokoll, dem Interessenten zum Selbststudium beim Microdosen folgen und regelmäßig (möglich täglich) Berichte über ein Fragebogenformular absenden sollten.

Dosingzyklus: An Tag 1 wird die Microdosis genommen und der Effekt beobachtet. An Tag 2 wirkt die Dosis noch nach und Tag 3 ist dann Pausentag, an Tag 4 beginnt der nächste Zyklus mit einer neuen Dosis. Die Probanden werden gebeten, 10 Zyklen (1 Monat) lang zu Microdosen und dies rückzumelden.
Fragebogen: Jeden Tag sollen die freiwilligen Probanden einen Fragebogen zu Stimmung, Angst- oder Depressivität, Energielevel, Konzentration ausfüllen.

Nach 10 Zyklen führen viele Teilnehmer ihr Microdosing fort, Dosen meistens aber unregelmäßiger.

Durch die große Stichprobe können statistische Analysen gemacht werden, die zuvor nicht möglich waren, auch wenn dabei der qualitative Charakter der Berichte leidet.

Trotzdem erhalten die Forscher durch die geschriebenen Berichte oft Informationen über Effekte, von denen sie bisher nichts wussten.

Unter den Teilnehmern waren Menschen mit psychischen und Körperlichen Beeinträchtigungen. Die Forscher verzichteten auf genaue diagnostische Bezeichnungen und konzentrierten sich auf einzelne Symptome und das Allgemeinbefinden, da psychiatrische Diagnosen häufig nicht richtig sind.

Die größte Gruppe der Leute, die Fadiman und Kollegen schrieben, waren Menschen mit Depressionen (teilweise therapieresistent).

Dies dürfte jedoch nicht repräsentativ für die Gruppe der Microdoser sein, da ein großer Teil des Booms aus Silicon Valley-Kreisen kommt und diese Leute ihre Informationen eher über Reddit und andere Plattformen beziehen und haben eher kein Interesse am Ausfüllen von Fragebögen.

Ansonsten besteht die Gruppe der Teilnehmer an der Erhebung vor allem aus Leuten, die sich selbst erforschen wollen und neugierig sind. („inner explorers and techies“)

Welche Aussagen können wir bereits machen?

Schäden

Keine Berichte über anhaltende Schäden

Abbrüche

Es gibt Berichte über Teilnehmer mit unangenehmen Erfahrungen, die das Microdosing deshalb abbrachen.

Interaktionen mit Medikamenten:

Fast alle Medikamente können während des Microdosings genommen werden. Unklar ist die Kombination mit Lithium bei bipolaren Störungen.

Sonst scheint es keinerlei problematische Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu geben. Oft reduzieren jedoch die Teilnehmer ihre anderen Medikamente während des Microdosings. Zu den oft reduzierten Medikamenten gehören Adderal (Amphetamin bei ADHS, Narkolepsie) Modafinil (Narkolepsie) und Antidepressiva

Verbessertes Allgemeinbefinden

(„Wellness“, „health“)

In einer Psilocybinstudie (psychedelische Dosen) mit unheilbar krebskranken Menschen verbesserte sich die Lebensqualität der meisten Probanden. Eine Teilnehmerin beklagte sich: „Warum müssen wir warten bis wir sterben, bis uns erlaubt wird, eine solche Erfahrung zu machen?“

Microdosing scheint bei vielen „Wehwehchen“ zu helfen, verbessert aber wohl auch die Lebensqualität von gesunden Menschen.

Gerade in der „Wellness“-Gruppe berichteten viele von einem besseren Fokus und einen Rückgang an Prokrastinationsverhalten.

(Das sieht Fadiman als nicht unproblematisch an, da er befürchtet, die Pharmaindustrie könnte Prokrastination als „Krankheit“ definieren, die mit Microdosing behoben werden kann und versuchen, daran zu verdienen)

Ein weiterer Befund ist eine erhöhte Toleranz gegenüber anderen Menschen

Ist man gut gelaunt, nervt einen das gleiche Arschloch nicht so sehr wie sonst, und das Arschloch verhält sich einem gegenüber auch gleich viel netter, weil man sich selbst freundlicher verhält.

→ Es sieht so aus, als wäre Microdosing hilfreich für Arbeitsgruppen, sozialen Gruppen und mit wem auch immer man ins Bett steigt 😉

Kreativität: